Veränderung entsteht in der Bewegung




Sie sitzen an einem trüben Sonntag auf der Couch und haben zu Nichts Lust. Sie knabbern an Pralinen oder schauen fern. Ihr Körper und Ihr Geist fühlen sich träge und lustlos an. Es gäbe noch viel zu tun, aber Sie können sich nicht überwinden. Alles scheint so schwer und Sie so erschöpft. Und dann kommt die Überwindung: ein Freund ruft an und verführt Sie zu einem Spaziergang. Nach dem enormen energetischen Aufwand, die Couch zu verlassen, sich anzuziehen und hinaus zu gehen fühlen sich Körper und Geist schon weniger träge an. Und dann geht es los: Sie bringen Ihren Körper in Bewegung, laufen durch einen Wald, einen Park oder am Wasser entlang, unterhalten sich, spüren die Luft, die Elemente und mit jedem Schritt weicht Ihre Trägheit. Sie haben sich verändert und sich selbst die Möglichkeit eröffnet von einem eher unangenehmen in einen aktivierten, angenehmen Zustand zu kommen.



 

Psychologisches Wandern



In der therapeutischen Arbeit mit meinen KlientInnen habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Ankommen in der Praxis oder Beratungsstelle zwar mit Aufwand verbunden ist, dann aber eine therapeutische Sitzung erfolgt, in der wir uns kaum mehr körperlich bewegen. Je nach Qualität des Mobiliars und der Körperhaltung sitzt man - mehr oder weniger - bequem, es arbeiten Verstand und Gefühl. Förderlich für Veränderung ist eine solche Position nicht immer.

Ich habe begonnen, meine KlientInnen einzuladen mit mir nach draußen zu gehen und in der Bewegung unser Gespräch zu führen. Der Akt des "sich auf Machens", des "aktiv Werdens" beinhaltet bereits wesentliche Schritte auf dem Weg zur Veränderung. Wenn wir nicht weiter wissen, Sorgen, Ängste, Konflikte haben, sitzen wir fest, stagnieren wir. Durch die Bewegung und die therapeutische Begleitung machen wir uns auf den Weg in die Veränderung und überwinden dabei einen Teil unserer Stagnation: Es geht weiter! Verspannungen lösen sich, die Blutzirkulation wird angeregt, die Sauerstoffzufuhr verbessert sich und wir erleben uns als Bewegende aktiv und damit weniger unseren Sorgen und Belastungen ausgeliefert. 

Auf Grund dieser Erfahrungen habe ich für Einzelpersonen, Paare, Familien und Kleingruppen die Form des psychologisch/therapeutischen Wanderns entwickelt und damit bisher sehr erfolgreich meine KlientInnen unterstützen können, neue Wege zu gehen.

Auch und gerade für (Kurz-)Urlaube geeignet. Menschen, die mein Angebot nutzen und von außerhalb kommen, verbinden das psychologische Wandern mit einem Urlaub, mit Zeit für sich außerhalb der Routine und der festen Muster des Alltags. Dies ist eine weitere günstige Voraussetzung dafür, sich neuen Wegen zuzuwenden und sich Veränderung zuzutrauen.

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Evolutionäre Bedeutung von Bewegung

Wir Menschen sind Teil der Natur. Seit Jahrtausenden haben wir uns in der Natur bewegt und durch Bewegung unser Überleben gesichert. Nomaden ziehen weiter, wenn das Vieh eine neue Weide benötigt. Jäger legen große Strecken zurück, um ihre Beute zu erlegen, das Sammeln von Kräutern und Früchten bedeutet Bewegung.

Oft fehlt es an natürlicher Bewegung in unserem "zivilisierten" Leben, welches im Zuge der Technologisierung, Globalisierung, Urbanisierung und Beschleunigung häufig mit einer starken Entfremdung von der Natur und natürlichen Rhythmen einhergeht. Zudem lassen die übermäßigen Anforderungen unseres Alltags für viele Menschen zu wenig Bewegung und Freiräume zu. Bewegung aber ist für viele körperliche und psychische Veränderungsprozesse von immenser Bedeutung. Indem wir uns wieder in Bewegung begeben, begeben wir uns in die Heilung, "sichern wir unser Überleben".